Richtig dampfen
Anders als beim Rauchen einer Tabakzigarette gibt es beim Dampfen zwei grundsätzlich verschiedene Zugtechniken. Welche passt zu wem — und wie zieht man eigentlich „richtig"?
MTL — Mouth-to-Lung
MTL steht für „Mouth-to-Lung" (vom Mund in die Lunge). Du ziehst den Dampf zunächst nur in den Mund, lässt ihn dort kurz stehen und ziehst ihn dann in die Lunge — genau wie bei einer Tabakzigarette.
- Zugverhalten: straff, eng, ähnlich wie an einem Trinkhalm.
- Geräte: Pod-Systeme, klassische MTL-Tanks, Einweggeräte.
- Liquid: meist 50/50 PG/VG oder mit etwas mehr PG, Nikotinstärke 6 bis 20 mg/ml.
- Dampfmenge: moderat, eher zurückhaltend.
Empfehlung für Einsteiger:innen: wer von der Tabakzigarette umsteigt oder das erste Mal dampft, sollte mit MTL starten. Das Mundgefühl ist vertrauter, der Throat Hit ähnlich, und das Nikotin reicht eher aus als bei Direct-Lung.
DL — Direct-Lung
DL steht für „Direct-Lung" (direkt in die Lunge). Du ziehst den Dampf ohne Umweg über den Mund tief in die Lunge — wie bei einer Wasserpfeife.
- Zugverhalten: luftig, weit, langer und tiefer Zug.
- Geräte: Sub-Ohm-Tanks, RDA, Box-Mods mit hoher Wattleistung.
- Liquid: oft 70/30 oder 80/20 VG/PG, niedrige Nikotinstärke (0 bis 3 mg/ml).
- Dampfmenge: große Wolken, intensives Aroma.
DL ist eher etwas für erfahrene Dampfer:innen — für Anfänger:innen oft zu „viel auf einmal" und mit zu geringem Nikotingehalt für ehemalige Raucher:innen unbefriedigend.
RDL — der Zwischenweg
RDL (Restricted Direct-Lung) ist die Mitte: Du ziehst direkt in die Lunge, aber das Mundstück und der Airflow sind verengt — also weniger luftig als reines DL. Manche moderne Pod-Geräte bieten RDL als Option.
Wie zieht man richtig?
Vier Tipps, die für die meisten Anfänger:innen den Unterschied machen:
- Langsamer als beim Rauchen. Eine Tabakzigarette zieht man knapp eine Sekunde an; beim MTL-Dampfen sind zwei bis vier Sekunden besser. Das Liquid braucht Zeit zum Verdampfen.
- Sanft, nicht ruckartig. Wer zu kräftig zieht, saugt entweder Liquid mit ins Mundstück (gluckst, schmeckt unangenehm) oder verbrennt den trockenen Coil.
- Nicht inhalieren auf Kommando. Anders als bei einer Tabakzigarette ist es nicht entscheidend, sofort tief einzuatmen. Manche dampfen erst einige Wochen rein im Mund, dann erst in die Lunge.
- Pause zwischen Zügen. 10 bis 20 Sekunden, damit der Coil wieder mit Liquid gesättigt ist. Dauerhaftes Kettendampfen führt zu trockenen Zügen.
Wie viele Züge ersetzen eine Zigarette?
Eine grobe Daumenregel: 10 bis 15 Züge an einem MTL-Gerät mit 12–18 mg/ml Liquid entsprechen ungefähr einer durchgerauchten Tabakzigarette. Die individuelle Nikotinaufnahme hängt aber stark von Zugdauer, Nikotinstärke und Gerät ab. Wer früher 20 Zigaretten am Tag geraucht hat, kommt erfahrungsgemäß mit 2 bis 4 ml Liquid (also etwa einer 2-ml-Tankfüllung pro Tag) auf eine vergleichbare Nikotinmenge.
Throat Hit
Als Throat Hit wird das leichte Kratzen oder Rauen im Hals beim Inhalieren bezeichnet. Es entsteht durch:
- Nikotin — je höher die Stärke, desto stärker der Throat Hit.
- PG-Anteil — Propylenglykol verstärkt den Throat Hit (im Gegensatz zu VG).
- Bestimmte Aromen — Menthol, Tabak und Kaffee verstärken das Halsgefühl.
Wer den Throat Hit der Tabakzigarette vermisst, wählt höheres PG, höheres Nikotin oder Tabak-/Menthol-Liquid. Wer ihn zu stark findet, geht in die Gegenrichtung.