Kindersicherheit

Nikotinhaltiges Liquid ist für Kleinkinder potenziell lebensgefährlich, Akkus können sich entzünden, und der Verkauf an Minderjährige ist gesetzlich untersagt. Eine Übersicht zur sicheren Aufbewahrung und zur Rechtslage.

Warum Liquid für Kinder gefährlich ist

Eine 10-ml-Flasche mit 20 mg/ml enthält 200 mg reines Nikotin. Bei einem Kleinkind (10 kg) kann ab ca. 10 mg eine schwere Vergiftung eintreten — also bereits ein Schluck aus der Flasche. Symptome einer Nikotinvergiftung bei Kindern: Übelkeit, Erbrechen, Speichelfluss, blasse Haut, Schwitzen, Krampfanfälle. Bei Verdacht sofort Notruf 112 oder Giftnotruf der jeweiligen Region (Erfurt, Berlin, München, Mainz, Bonn, Freiburg, Göttingen).

Kindersichere Verschlüsse

Seit 2016 müssen nikotinhaltige Liquids in Deutschland in Behältern mit kindersicherem Verschluss verkauft werden — gemäß TPD2 und Tabakerzeugnisverordnung. Das ist der Dreh-Druck-Verschluss, den man durch gleichzeitiges Drücken und Drehen öffnet.

Dieser Verschluss ist eine Hürde, aber kein absoluter Schutz: ältere Kinder können ihn überwinden, und nach Gebrauch wird er manchmal nicht richtig geschlossen. Wichtig:

Aufbewahrung — wo Kinder nicht hinkommen

Akkus — die zweite Gefahrenquelle

Lithium-Akkus können bei Kurzschluss oder mechanischer Beschädigung in Brand geraten. Kinder steckten in der Vergangenheit Akkuzellen mit Münzen zusammen, was zu Verletzungen führte.

Gesetzliche Vorgaben

Was tun bei Verdacht auf Vergiftung

  1. Ruhe bewahren, Kind nicht zum Erbrechen zwingen.
  2. Wenn ansprechbar: Wasser oder Tee zum Mund­spülen.
  3. Notruf 112 oder Giftnotruf der jeweiligen Region.
  4. Liquid-Flasche mitnehmen — Etikett zeigt Nikotingehalt und Inhaltsstoffe.

Häufige Fragen

Sind alkoholfreie Liquids ungefährlicher für Kinder?

Die Gefahr ist das Nikotin, nicht der Alkohol — manche Liquids enthalten ohnehin keinen Alkohol. 0-mg-Liquids sind beim Verschlucken in kleinen Mengen relativ ungefährlich, können aber durch Aromen Reizungen auslösen. Die Aufbewahrung sollte trotzdem sicher sein.

Darf ich vor meinen Kindern dampfen?

Rechtlich erlaubt, gesundheitlich umstritten. Passivdampfen ist in der Schadstoff­bilanz deutlich geringer als Passivrauchen, aber nicht null. Bei Kindern unter Asthma sollte in geschlossenen Räumen nicht in deren Anwesenheit gedampft werden. Im Auto bei Kindern unter 18 ist es seit 2021 gesetzlich verboten (StVG § 5 Abs. 1c).