Liquids erklärt
Auf jeder Liquid-Flasche stehen Zahlen und Buchstaben, die für Einsteiger:innen Rätsel aufgeben. Diese Seite erklärt, was sie bedeuten — von PG/VG bis zur Nikotinstärke.
Die vier Bestandteile eines Liquids
- Propylenglykol (PG) — eine farblose, geruchlose Flüssigkeit, die Aromen gut bindet und einen deutlichen Throat Hit erzeugt.
- Pflanzliches Glycerin (VG) — eine dickflüssige, leicht süße Substanz, die für die Dampfmenge zuständig ist. Lebensmittelqualität.
- Aromen — meist lebensmitteltaugliche Aromaöle, geringer Anteil (5–15 %).
- Nikotin — optional, in Stärken von 0 bis 20 mg/ml. Maximalwert in Deutschland: 20 mg/ml (TPD2-Richtlinie).
Was bedeutet 50/50, 70/30, 80/20?
Diese Zahlen geben das Verhältnis von PG zu VG an:
| Verhältnis | Charakter | Für welche Geräte |
|---|---|---|
| 50/50 (PG/VG) | kräftiger Throat Hit, mittlere Dampfmenge, klare Aromen | Pod-Systeme, MTL-Tanks, Einsteiger |
| 70/30 (PG/VG) | etwas weicher, mehr Dampf, etwas süßer | Pod-Mods mit Sub-Ohm-Anteilen |
| 30/70 oder 20/80 (PG/VG) | große Wolken, weicher Zug, dezenter Throat Hit | Sub-Ohm, DL-Verdampfer |
Für die meisten Pod-Geräte ist 50/50 der sichere Standard. Hochdickflüssige Liquids (80 %+ VG) können bei kleinen Coils die Watte nicht durchsättigen — Folge: trockene, verbrannte Züge.
Nikotinstärken — welche passt zu mir?
Eine Orientierung, NICHT als Werbung verstanden — nur als Übersicht:
- 0 mg/ml — nikotinfrei. Für Hobby-Dampfer:innen, ehemalige Raucher:innen am Ende der Reduktion oder Probieren des Aromas.
- 3 bis 6 mg/ml — leichter Bedarf. Für DL-Dampfen oder ehemalige Gelegenheitsraucher:innen (bis 5 Zigaretten/Tag).
- 12 bis 20 mg/ml — typische Stärke für Ex-Raucher:innen, die von 10–20 Zig./Tag kommen.
- Nikotinsalz — bis 20 mg/ml. Glatterer Throat Hit, schnellere Nikotinaufnahme. Beliebt in Pod-Systemen.
Maximum in Deutschland: 20 mg/ml (TPD2 § EU 2014/40, umgesetzt im TabakerzG). Höher konzentrierte Liquids dürfen in Deutschland nicht in den Handel.
Behältergrößen — warum nur 10 ml?
Für nikotinhaltige Liquids gilt in Deutschland die Obergrenze 10 ml pro Flasche, in kindersicheren Verschlüssen. Größere Flaschen (z. B. 50, 100 oder 120 ml) sind nur als nikotinfreie Shortfills erlaubt — du kaufst die Basis ohne Nikotin und gibst optional ein 10-ml-Nikotin-„Shot" dazu (Eigenmischung im rechtlich abgegrenzten Bereich).
Geschmacksrichtungen
Die Vielfalt ist groß, aber die meisten Liquids fallen in eine von vier Hauptkategorien:
- Tabak. Versucht das Aroma traditioneller Tabaksorten nachzubilden — Virginia, USA Mix, RY4, Cubano. Beliebt bei Umsteiger:innen.
- Frucht. Beere, Apfel, Pfirsich, Mango, exotische Mischungen. Oft süß-frisch.
- Menthol/Mint. Kühl, klar, mit Throat Hit. Auch in Kombination mit Frucht beliebt.
- Bäckerei/Süß. Vanille, Karamell, Kuchen, Kaffee, Tabak-Vanille. Oft süß und gehaltvoll im Mundgefühl.
Aroma-Tipps für den Einstieg
- Wenn du vom Tabak kommst, fang mit einem Tabak- oder Tabak-Vanille-Liquid an. Reine Frucht ist anfangs oft zu süß.
- Süße Liquids verschleißen Coils schneller (Karamellisierung). Tabak und Menthol sind coil-freundlicher.
- Kauf das erste Liquid in nur einer Stärke und einer Geschmacksrichtung — nicht gleich fünf verschiedene.
- Geschmackswahrnehmung verändert sich nach 1–2 Wochen Dampfen. Was am Anfang fad schmeckt, kann später großartig wirken — und umgekehrt.
Häufige Fragen
- Sind Liquids in Deutschland geprüft?
Ja. Liquids müssen vor Inverkehrbringen beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) angemeldet sein, müssen den TPD2-Vorgaben entsprechen und dürfen keine verbotenen Inhaltsstoffe enthalten (z. B. Diacetyl, Vitamin-E-Acetat). Beim Kauf in Deutschland ist von dieser Prüfung auszugehen — bei Import aus dem nicht-EU-Ausland nicht.
- Kann ich Liquid selbst mischen?
Ja, das nennt sich DIY. Für Anfänger:innen aber unübersichtlich (Aromen, Basis-Mischung, Nikotin-Shot). Empfohlen erst nach 3–6 Monaten Dampf-Erfahrung. Selbst gemischtes Liquid muss kindersicher gelagert werden.
- Ist Nikotinsalz besser als normales (Freebase-)Nikotin?
Nicht besser — anders. Nikotinsalz hat einen niedrigeren pH-Wert, kratzt weniger im Hals und wird schneller aufgenommen. Das macht hohe Nikotinstärken verträglicher (z. B. 20 mg/ml). Freebase-Nikotin hat kräftigeren Throat Hit. Beide sind regulär zugelassen.